Kindertagespflege
 
Tagesmutter

Konzeption


1. Vorwort
Um mit Kindern und deren Eltern arbeiten zu können, habe ich diese   
Konzeption erstellt. Sie ist für mich verbindlich. Mich begleitet die Konzeption
im täglichen Umgang mit den Kindern.
Den Eltern und allen anderen Interessierten biete ich einen Einblick in meiner
Arbeit als zertifizierte Tagespflegeperson.
Ich stelle hiermit meine langjährige Arbeit, den Tagesablauf und meine  
Erfahrungen im Umgang mit den mir anvertrauten Kindern vor.

2.1. Lage
Unsere Erdgeschosswohnung befindet sich in einem schönen Zweifamilienhaus.
In der direkten Nachbarschaft wohnen viele Kinder.
Es befinden sich zwei Stellplätze am Haus.

2.2. Ausstattung
Wir wohnen in einer ca. 100 qm großen Wohnung. Ein Großteil ist für die Kinder     
zugänglich.
Es gibt ein geräumiges Spielzimmer mit vielfältigen Spielmöglichkeiten. Hier kann  
auch gebastelt, getobt oder sich ausgeruht werden.
Die Kitabettchen werden zum Mittagschlaf bezogen und so von Kuschel- und
Ruheplätzchen zum Bettchen.
In diesem Zimmer gibt es eine Spielküche, einen Kaufladen und eine Werkbank
mit jeweils reichhaltigen Utensilien, sowie ein Parkhaus und verschiedene Kisten
mit Autos, Playmobil, Duplo, Kuscheltieren und Spielsachen für die Allerkleinsten.
Außerdem gibt es verschiedene Puppenwagen incl. Puppen hinter denen       
Laufen lernen unbewusst geübt wird. Es gibt Schiebe- und Ziehtiere,
verschiedene Motorikspiele, Puzzles, Steckspiele, Gesellschaftsspiele,
Musikinstrumente, Bastelsachen (Fingerfarben, Pinsel, Stifte, Scheren, ... – die
jedoch nur unter meiner Aufsicht herausgegeben werden).
Das Herzstück ist das reichbestückte Bücherregal zum Anschauen und
Vorlesen.
Die Kinder dürfen immer selbst entscheiden mit was sie spielen möchten.

Die Kinder können sich ebenfalls im geräumigen Flur und angeschlossenem
Esszimmer mit offener Küche frei bewegen.
Im breiten Flur kann man mit den Puppenwägen fahren, rennen oder mit der  
Kugelbahn spielen.
Der Flur ist ebenfalls der offene Übergang zum großzügigen Esszimmer/Küche.
Hier steht eine Hüpfmatte und auch ist hier der Platz, wo wir Sing- und
Fingerspiele machen können.

Im Esszimmer ist nicht nur der Essbereich für die Familie, sondern auch für die
Kinder. Am Kindertisch mit Stühlchen nehmen wir die Mahlzeiten ein.
Die Kinder sollen hier selbständig ihren Porzellanteller, Messer, Gabel sowie               
Glas oder Tasse nehmen, wenn wir essen. Dies ist alles auf Kinderhöhe platziert.
Im Badezimmer steht ein Tritthocker am Waschbecken für selbständiges
Händewaschen. Hier ist auch die Toilette mit integrierter Sitzverkleinerung das
zum Sauberwerden anregt. Ebenfalls wird im Bad auf einer weichen Unterlage
am Boden gewickelt. Dieser Raum ist ebenso sehr geräumig.
Die zusätzliche (Gäste-) Toilette ist selbstverständlich gleichermaßen kindgerecht
ausgestattet.

Im Eingangsbereich befindet sich die Kindergarderobe. Um das Haus herum
gelangt man in den abgeschlossenen Garten der viel Platz und Möglichkeiten
zum Entfalten bietet.
Es lädt ein Quadro Klettergerüst mit integrierter Rutsche zum Spielen ein.
Es gibt einen Sandkasten, ein Spielhaus, Spieltisch mit Stühlchen, einen Traktor
und Wippschaukel mit sehr vielen Utensilien. Zudem gibt es Bälle, Seifenblasen,
Straßenkreide uvm.
Das absolute Lieblingsteil der Kinder ist natürlich die Matschküche.

2.3. Tiere
Unsere Freigänger-Kater Ikarus und Baghira mögen Kinder. Im Garten befindet sich einen Hasenstall mit Freigehege für Bina und Finnik. So bekommen die Kinder einen Bezug zu Tieren und lernen den Umgang.
Jeden Morgen wird aufgrund der Katzenhaaren gesaugt.

2.4. Betreuungsangebot
Bastelangebot, Freispiel in der Kleingruppe, Brettspiele, Gruppenspiele,
Vorlesen, Puzzeln, Singkreis mit Fingerspielen, Spielen im Garten oder auf dem
Spielplatz, kleine Spaziergänge, eine Runde Busfahren sind nur einige Beispiele
– abhängig von Betreuungsumfang, von der Gruppengröße und auch von der
Tagesform.
Wir werden uns bei jedem Wetter täglich auch draußen aufhalten. Deshalb sind
passendes Schuhwerk und Kleidung sehr wichtig. Nach Bedarf auch      
Sonnenschutz.
Es gibt die Möglichkeit Matschhosen und -Jacken sowie Stiefel oder
Ersatzschuhe und -Kleidung dauerhaft zu deponieren.
Ein Bollerwagen und einen Zwillingswagen sind vorhanden.

3.1. Das bin ich
Mein Name ist Birgitta Neumann und bin am 09.10.1964 in Zuidlaren (NL)
geboren. Mein Mann Jürgen, Fuhrparkmanager, und ich haben drei absolute
Wunschkinder: Saskia (1992), Dennis (1994) und Natalie (2001)

Die älteste Tochter ist seit mehreren Jahren erfolgreich als Babysitterin und
Praktikantin in Tagesstätten und Kindergärten erprobt. Zudem war sie als Au-
pair in Irland in einer Großfamilie tätig. Sie arbeitete in der Spielscheune, im
Jugendtreff und als Betreuerin in der Ortsranderholung. Sie half in der
Kernzeitbetreuung und LuF in zwei Grundschulen im Ort.
Nach ihrer PIA-Ausbildung arbeitet sie aktuell in der Kinderkrippe. Zurzeit
befindet sie sich in der Elternzeit mit Zwillingen.

Unser Sohn arbeitete ebenfalls als Betreuer und Lehrer in der Skateboardschule
sowie im Skatecamp mit Kindern und Jugendlichen. Er unterstützte mich ebenso
nach Bedarf wie unsere Jüngste. Sie versorgt stets zuverlässig ihr Pferd sowie
andere Pferde, Ponys und Esel. Auch sie beide sind immer engagiert und
arbeiten beruflich mit Kunden bzw. Patienten zusammen.

Sieben Jahre lang führte ich erfolgreich einen Friseursalon mit zwei Vollzeit-
sowie drei Teilzeitkräften und einer Auszubildenden.
Mit Menschen jeglichen Alters arbeite ich sehr gerne.
Wir stammen alle aus Großfamilien.

3.2. Lebenslauf
Schulbildung:
1971 – 1980          sechsjährige Basisschule + MAVO (ca. Realschule) in NL
1980 – 1983          Realschule Ilsfeld mit Mittlerer Reife Abschluss
1983 – 1986          JJW-Schule in Heilbronn – Friseurausbildung
1990                      Friseurmeisterschule Heidelberg


Ausbildung:
1983 – 1986          Salon Schenek Heilbronn – Friseurlehre
1990                      Meisterschule Rohrmann
Seit 2008               Tageselternverein Bruchsal – Qualifikation in der Kitapfl.

Berufspraxis:
1986 – 1990          angestellte Friseurin im Haarstudio in Großbottwar
1990 – 1997          Friseurmeisterin u Inhaberin v Haarstudio in Beilstein/Württ.
1.10.98–31.12.99  Bedienung im Service in Peter Reicherts Racketcenter Obd.
3.12.99–31.08.09  selbst. mobiler Friseur – Ihr Friseur auf Räder
März – Juli 2016    Integrationshilfe im Kindergarten „Die Brücke“ in Sulzfeld

Ab 2004 betreute ich an einigen Tagen pro Woche das Kind einer Freundin bis
ich auf den Tageselternverein Bruchsal aufmerksam wurde. 2008 begann ich mit
der Qualifizierung die ich 2009 mit einer Prüfung abschloss.

Am Anfang betreute ich zunächst nur in den Ferien. Nach unserem Umzug von
Kürnbach nach Oberderdingen wurde der Bedarf immer mehr. Ich betreute   
hauptsächlich Schüler aber auch Kindergartenkinder deren Eltern ich ebenfalls
viel Unterstützung angeboten habe und begleitete sie auf Elternabende oder
sonstige wichtige Gespräche wie u.a. Familienhilfe (Anm.: nach wie vor wird nur
die tatsächliche Betreuungszeit am Kind vom Amt vergütet).

Im Herbst 2017 stellte ich komplett auf U3 Betreuung um.
Von Anfang April bis Ende November 2022 besuchte ich freiwillig eine Anschlussqualifikation, die ich mit einem Zertifikat abgeschlossen habe.

3.3. Pädagogische Ausbildung
Kursbesuche beim Tageselternverein Bruchsal, der aim in Heilbronn, der AWO
Elternschule, der FAM e.V. oder im Programm STÄRKE mit vielfältigen Inhalten
wie z.B.: Entwicklung, BeAchtung, Bildungsauftrag, Förderung, soziale
Beziehung, Ängste der Kinder, Kommunikation, Streit unter Kinder, positive
Gestaltung der Kindertagespflege, Erziehungspartnerschaft, rechtliche und
steuerliche Kompetenzen, Schutzauftrag (Kindeswohl) sowie Notfallseminare.

4. Leitbild
4.1. Grundlagen meiner Arbeit

Die rechtliche Grundlage der Kindertagespflege ist im Sozialgesetzbuch
(SGB VIII) in den §§22 – 24a und in §43 SGB VIII verankert.
Für BaWü wurde für die Kindertagspflege näheres im Kindertagesbetreuungs-
gesetz (KiTaG) vom 02.01.2009 festgelegt. Das Ministerium für Arbeit und
Soziales hat zur Kleinkindbetreuung eine Verwaltungsvorschrift (VwV Kleinkind-  
betreuung) am 07.04.2021 erlassen.

Ich bin im Besitz einer Pflegeerlaubnis des Landratsamts Karlsruhe, die mir die
Betreuung von fünf Kindern gleichzeitig und zehn Betreuungsver-
träge insgesamt in meiner Wohnung erlaubt.

Der fünfte zeitgleiche Betreuungsplatz wird für dad kommunale Vertretungsangebot im Landkreis freigehalten

Das Betreuungsverhältnis und alle wichtigen Angaben werden vertraulich
festgehalten. Die zuständige Fachberatung des TEV Bruchsal kann die Eltern
bezüglich Kostenübernahmemöglichkeiten beraten.
Die finanzielle Förderung der Pflegeverhältnisse sind an folgende Voraus-   
setzungen gebunden:

- Teilnahme an der Grundqualifizierung + fortlaufende jährliche Kursbesuche
- Teilnahme an einem Kindernotfallseminar + zweijährliche Auffrischung
- Vorlage eines erweiterten polizeilichen Führungszeugnisses für alle Personen,                                                                          die im Haushalt leben und über 18 Jahre alt sind
- Vorlage eines Gesundheitszeugnisses analog zum polizeilichen Führungszeugnis
- Hygienebelehrung nach §43 LfSg mit jährlicher Auffrischung
- Masernschutzimpfung
- Schulabschluss
- Lebenslauf

Desweitern findet eine Eignungsprüfung statt durch die Fachberatung des TEV
und eine Fachkraft vom Jugendamt. Eine Brandschutzprüfung ist im Vorfeld
Pflicht. Der ausgestellte Pflegeerlaubnis gilt nur für die jeweils aktuelle Wohnung.
Halbjährlich finden Hausbesuche durch die Fachberaterin vom TEV statt.

Alle Kinder, die in der Kindertagspflege betreut werden, sind unfallversichert
über den TEV (Meldung an den TEV) sowie Haftpflichtversichert über mich bei
der Debeka.

4.2. Pädagogische Schwerpunkte
Wir werden zusammen viel unternehmen, sowie spielerisch und kreativ Neues
entdecken.
Es bestehen viele Möglichkeiten zum Spielen, Basteln, Werkeln,
Experimentieren und Erzählen. Die Kinder werden angeleitet oder lassen ihre
Kreativität freien Lauf. Im Freispiel entdecken die Kinder selbständig oder im
Nachahmen ihre Möglichkeiten und im Rollenspiel lernen sie voneinander. Sie
erfahren im Tun ihre Grenzen.

Die Tagespflege bietet den Kindern einen geschützten Rahmen in einer kleinen
Gruppe. Als Tagesmutter kann ich ihnen viel individuelle Aufmerksamkeit
widmen, sie begleiten und fördern.
Gleichzeitig lernt jedes Kind durch den Umgang mit anderen Kindern viele neue
Dinge kennen, die seinen Forscherdrang wecken können und es zu neuen
Experimente antreiben.

Die ersten Lebensjahre sind die wichtigsten Phasen im Leben eines Menschen.
Doch nur wenn das Kind über alle Sinneskanäle – Augen, Ohren, Mund, Hände,
Haut – genügend und vor allem sich immer wiederholende Reize aufnehmen    
kann, können sich im Gehirn Erfahrungs- und Informationsschleifen ausbilden,
auf sie es Zeit seines Lebens zurückgreifen kann.

Es wird für ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Spiel und Ruhe, zwischen
Freispiel und Angebot gesorgt.

Ein immer wiederkehrender Rhythmus erachte ich als sehr wichtig um den
Kindern Halt zu geben. Jedoch reagiere ich flexibel auf Tagesform und Wetter.
Mir ist es sehr wichtig, dass die Kinder die Möglichkeit geboten wird draußen zu
spielen und sich dabei in einem geschützten Rahmen frei bewegen und
entfalten können.

Die Unterstützung der Entwicklung, der Persönlichkeit, der Fähigkeiten, sowie die
Interessen des Kindes ist für mich in meiner Arbeit von großer Bedeutung. Dabei
achte ich besonders auf folgende Schwerpunkte:

- Respektvoller Umgang mit den Kindern und der Tagesmutter
- Tagesmutter hat Vorbildfunktion
- Individuelle Bedürfnisse des Kindes erkennen und darauf eingehen
- Intellektuelle Fähigkeiten des Kindes erkennen und individuell fördern
- Entwicklung von sozialen Kompetenzen des Kindes innerhalb des Gruppenprozesses fördern.
- Unterstützung der Entwicklung der sozialen Bindungen in der Gruppe
- Rücksichtnahme auf „Schwächen“ und „Fehlern“ der anderen: jeder ist einzigartig!  
- Interesse für Entdeckung der Natur wecken und pflegen: es gibt kein schlechtes Wetter!
- Spiel, Spaß und Freude während der Betreuungszeit bei der Tagesmutter.                                                                                 Nur in angenehmer Atmosphäre kann ich mich öffnen, bin aufnahmefähig und lerne.

Jedes Kind mit seinen Eigenheiten und Besonderheiten ist willkommen, egal
welche Hautfarbe, Kultur oder Religion. Auch Kinder mit Behinderung, wenn die
Gegebenheiten es zulassen.

4.3. Ernährung
Ich lege großen Wert auf gesunde, ausgewogene und kindgerechte Ernährung
und die Einhaltung der wichtigsten hygienischen Maßnahmen.
Deshalb waschen sich die Kinder und ich vor dem Essen und nachdem wir von
draußen rein kommen die Hände – genauso nach jedem Toilettengang.

Es wird immer etwas geben, dass das eine oder andere Kind nicht möchte. Kein
Kind wird zum Essen gezwungen. Genau so wenig wie leer essen.
Der Vormittag-snack besteht aus Obst und Gemüse. Jedes Kind kann aus dem
Angebot aussuchen, was es essen möchte. Durch Anschauen, Nachahmen und
Probieren lernt es eventuell auch etwas anderes kennen.

Mit meiner Einstellung immer frisch kochen zu wollen und das sich mit den
Kindern schwierig gestaltet, wenn ich gleichzeitig die Aufsichtspflicht für die mir
anvertrauten Kindern habe, gibt es bei mir zum Mittagessen selbstgebackenes
Brot (Brotbackmischung) mit Butter, Lyoner und Butterkäse zur Auswahl.
Zu Trinken steht Kinderfrüchtetee und Wasser zur Verfügung.
Wenn es die Zeit erlaubt, werden wir Kuchen, Pfannkuchen oder Plätzchen
backen. Dem Geburtstagkind backe ich einen Kuchen, den wir zusammen zu
Mittag essen. Ebenfalls essen wir zusammen Muffins oder Waffeln zum
Abschied, die ich mit dem betreffenden Kind backe. Diese beide Feste feiern wir
gemeinsam.

Wenn eine Unverträglichkeit oder Allergie vorliegt oder aus religiösen Gründen
oder bei anderen ernährungsrelevanten Gründen die Ernährung angepasst
werden soll, wird darauf selbstverständlich nach Absprache und Möglichkeit
Rücksicht genommen.

4.4. Sauberkeitserziehung
Sobald die Eltern oder ich merken, dass das Kind bereit ist zum Trocken werden
begleite und unterstütze es dabei – selbstverständlich halte ich hierzu
Rücksprache mit den Eltern. Wenn wir Hand in Hand das Kind dabei helfen,
erleichtern wir den Prozess für das Kind.

Unter anderem bespreche ich mich mit den Eltern, wie man es den Kindern
einfacher machen kann sich weitgehendst selbständig aus- und anziehen zu
können, wie z.B. auf Bodys, Jeans und Latzhose zu verzichten.
Die Eltern können von meiner langjährigen Erfahrung und Wissen durch
Fortbildungen profitieren.

Gerne bespreche ich mit ihnen das Protokoll der Fortbildung „von der Windel
aufs Töpfchen“ über die Ausscheidungsautonomie. Dieses kann
selbstverständlich auch ausgeliehen werden.

Es ist mir sehr wichtig, dass das Kind nach jedem Toilettengang die Hände
wäscht. Dies sollte zur Selbstverständlichkeit gehören.

5.    Bildung in der Kindertagespflege
5.1. Erziehung im Bereich Persönlichkeitsbildung/Selbständigkeit

Ein wichtiger Grundsatz bei mir lautet: jedes Kind hat ein Recht auf gewaltfreie
Erziehung. Durch liebevollen und respektvollen Umgang möchte ich das
Selbstbewusstsein der Kinder aufbauen und stärken.
Sie sollen lernen, ihre Bedürfnisse und Wünsche mitzuteilen, ihre Ideen zu
äußern und umzusetzen.

Ich möchte ihnen in meiner Tagespflege viele Möglichkeiten geben, sich selbst
zu entdecken. Sie sollen Selbständigkeit erlernen, indem ich sie bestärke  
„es selbst zu tun“ – z.B. sich selbst an- und auszuziehen, Hände zu waschen,
Tisch zu decken, das benutzte Geschirr in die Spülmaschine zu räumen usw.

5.2. Förderung der sozialen Fähigkeiten
Mit Sicherheit hat jedes Kind seine ganz besonderen Fähigkeiten, die es mit in
die Gruppe einbringen kann.
Gemeinsam singen, tanzen, musizieren und basteln wir. Es macht den Kindern
viel Freude zusammen etwas zu machen. Egal ob im Gesellschaftsspiel oder
Freispiel: es gibt immer Regeln zu beachten, wie man miteinander umgeht.
Achtsamkeit und Rücksichtnahme gehört im Leben dazu.

Im freien Spiel haben die Kinder die Möglichkeit sich Spiel, Partner und Ort
selbst auszusuchen. Mir ist es wichtig, dass die Kinder lernen, ihre kleine
„Konflikte“ selbst zu lösen. Sie werden selbständiger und sicherer in ihrem „Tun“.

5.3. Freude am Lernen und Wissenserweiterung
Kinder verfügen über ein unerschöpfliches Maß an Neugierde. Ich möchte sie
nutzen, um die Kinder für all die schönen Dinge, die es zu entdecken gibt, zu
sensibilisieren.

5.4. Sprache
Mit lustigen Reimen, Bilderbüchern, Liedern und Fingerspielen möchte ich die
Freude der Kleinen am Sprechen und Zuhören wecken.
Vorlesen macht Kinder glücklich und schlau, regt die Fantasie und Kreativität an,
schult das Sprachvermögen und erweitert den Wortschatz.
Die Geschichten fördern soziale Fähigkeiten und helfen die Welt zu verstehen.
Vorlesen trainiert außerdem die Konzentrationsfähigkeit.

5.5. Bewegung und Natur
Die großzügigen Räume aber auch den Garten an der frischen Luft lockt zum
Krabbeln, Laufen, Toben, Klettern und Springen.
Mir ist es sehr wichtig, dass die Kinder die Möglichkeit haben auch draußen zu
spielen. Wir gehen jeden Tag raus. Auf passende Kleidung ist zu achten.

5.6. Wahrnehmung
Ich möchte meinen Tageskindern dabei helfen ein Gefühl für Farben, Formen,
Musik und Fantasie zu entwickeln. Kleinkinder nehmen die Welt hauptsächlich
mit den Händen wahr. Darum möchte ich ihnen die Möglichkeit geben sich
auszuprobieren.
Die Matschküche und den Sandkasten bieten sich hier wunderbar an.
Auch mit Fingerfarbe und Pinseln kann man individuelle Kunstwerke erschaffen.
Hierbei steht immer das TUN im Mittelpunkt.
Durch tägliche Angebote werden Motorik, Sinneserfahrungen, Sprache und
Wissen geschult bzw. vertieft.

5.7. Angebote außerhalb des Freispiels
Basteln mit Kindern macht mir unheimlich viel Freude. Ob zu verschiedenen  
Anlässen wie u.a. zu Weihnachten oder Ostern, oder einfach nur so: basteln
macht Kindern einfach großen Spaß und fördert ihre Kreativität, Ihre
Vorstellungskraft, ihr Geschick und das Bewusstsein für Bastelarbeiten und
Malerei. Das handwerkliche Geschick übt Geduld und Disziplin.
Es sorgt für eine gute Entwicklung der kindlichen Psyche. Kinder sind nie
wieder so offen und interessiert allem Neuen gegenüber. Es wird alles
ausprobiert und erfahren.       
Es ist wichtig sensorische Fähigkeiten durch ertasten, verformen und zerteilen
zu machen.

Gesellschaftsspiele trainieren ebenfalls die Konzentration, sind lehrreich, stärken
den Gemeinschaftssinn, erfordern Kombinationslösungen, Fingerspitzengefühl,
trainieren Gedächtnis, fragen Verkehrsregeln ab, …… und machen natürlich    
Spaß! auch Steckpuzzles erfordern Kombinationslösungen und Konzentration.
 
5.8. Lernen am Bildungsort
Die Räume, die bei uns in der Wohnung zur Verfügung stehen, können
unterschiedlich genutzt werden.
Das Spielzimmer wird als Spiel- und Bastelzimmer sowie als Ruheraum und
Schlafraum genutzt.
Der Flur und das Esszimmer werden ebenfalls als Spiel- und Rückzugsort  
genutzt.

5.9. Familienähnliche Betreuung
Die Kinder sind nicht auf sich alleine gestellt. In unserer Gruppe sind täglich bis
zu vier Tageskinder da und haben mich als feste Bezugsperson. Es hat ein
wenig von einer Großfamilie.
Durch die Gruppe lernen die Tageskinder schnell, wie unterschiedlich jeder
Mensch ist. Auch das Zurückstecken, einmal warten zu können, auf anderen
Rücksicht nehmen, wird spielend erlernt.

6.    Aufgaben als Tagespflegeperson
6.1. Schutzauftrag

Als Tagespflegeperson ist es meine Aufgabe die mir anvertrauten Kinder zu
betreuen und sie mit den Eltern zusammen zu erziehen.
Gerade in den ersten Lebensjahren machen Kinder wichtige Lernerfahrungen,
die das Fundament für die Gestaltung ihres späteren Lebens sind.

Durch die Hausbesuche von Frau Peschel als zuständige Fachberaterin vom
Tageselternverein (TEV) Bruchsal, bei der ich meine Beobachtungen aber auch
Bedenken äußern kann, ist eine Reflektion meiner Arbeit möglich. Sollte
Schwierigkeiten bei meiner Arbeit mit einem Kind oder der Familie auftreten,
finde ich dort Rat.

Mit dem Jugendamt habe ich, wie alle Tagespflegepersonen, eine Schutzver-
einbarung nach §8a Abs 5 SGB VIII getroffen.
Ein Kind hat Anspruch auf den Schutz des Staates – der Staat ist zum Schutz
des Kindes verpflichtet.                                                                                                                                                                      Wenn der Verdacht auf Kindeswohlgefährdung vorliegt und die Eltern nicht
bereit sind die Situation grundlegend zu ändern, bin ich verpflichtet das
Jugendamt zu informieren.

Um auf den neuesten Stand zu bleiben, besuche ich regelmäßig Fort- und
Weiterbildungen. Außerdem nehme ich an der Ortsgruppe teil, um mich mit der
Fachkraft und anderen Tagespflegepersonen auszutauschen.

6.2. Beobachten und Dokumentationen
Falls Entwicklungsverzögerungen oder Verdacht auf Kindeswohlgefährdung
vorliegt, bin ich verpflichtet meine Beobachtungen zu dokumentieren.
Desweitern möchte ich bei Bedarf und auf Wunsch Elterngespräche anbieten.
Bitte nehmen Sie sich dafür etwa eine halbe bis ganze Stunde Zeit ohne Kind.

7.    Wohlbefinden und Gesundheit
7.1. Rituale und Regelmäßigkeiten

Für die Kinder ist ein geregelter Tagesablauf sehr wichtig. Durch immer
wiederkehrenden Rituale und Aktionen bekommen die Kinder Sicherheit, die sie
in diesem Alter noch sehr benötigen, um sich in der Welt der „Großen“
zurechtzufinden.
Selbstverständlich gibt es genügend Raum für die freie Entfaltung jedes Kindes.
Da ihnen die Zeit noch nicht bewusst ist wie uns Erwachsenen, finden sie sich
durch den Tagesablauf besser zurecht.

Frühmorgens, wenn die Kinder nach und nach bei mir ankommen, findet
hauptsächlich Freispiel statt. Nach Wunsch oder Tagesform – jedoch ohne ein
Spiel zu unterbrechen – ist oft um neun Uhr ein guter Zeitpunkt für ein
Bastelangebot, was sicherlich nicht jeden Tag oder oft ein paar Wochen nicht
angezeigt ist. Es hängt auch sehr mit der jeweiligen Gruppenkonstellation        
zusammen.

Um ca. halb zehn nehmen wir einen gemeinsamen Imbiss zu uns. Wer vorher
Hunger oder Durst hat, darf das selbstverständlich vorher stillen.
Es gibt Obst und Gemüse sowie einen Kinderkeks.
Danach gehen wir in den Garten, manchmal auf den Spielplatz oder fahren von
dort eine Runde mit dem Linienbus nach Kürnbach hin und gleich wieder zurück.
Nach ungefähr einer Stunde gehen wir rein, waschen unsere Hände, decken
den Tisch und essen Butterbrote mit oder ohne Butterkäse oder Lyoner. Es gibt
Kinderfrüchtetee oder Wasser.
Wir fangen erst an, wenn alle sitzen und stehen auch erst auf, wenn alle fertig    
sind. Ich lege viel Wert auf gute Tischmanieren. Gegessen wird am Tisch. Mit
Essen wird nicht gespielt.

Dadurch, dass wir gemeinsam in einer entspannten Atmosphäre am Tisch
sitzen, haben wir die Möglichkeit und genügend Zeit uns zu unterhalten.
Nach dem Essen stellen wir unser Geschirr in die Spülmaschine, räumen
gemeinsam das Spielzimmer auf und richten unsere Bettchen.

Jedes Kind hat im Bad seine Box mit Windeln und Ersatzklamotten sowie   
eine Wickelunterlage und Bettwäsche, dass ich zur Verfügung stelle.
Das Zimmer wird verdunkelt, so dass die Kinder nicht von den Spielsachen
abgelenkt werden.
Ich setze mich zwischen den Bettchen und singe das Schlaflied.
Erst wenn alle Kinder ihre erste Schlafphase erreicht haben, verlasse ich das
Zimmer und räume die Küche voll auf.
Nun habe ich noch etwas Zeit um Bastelangebote vorzubereiten oder zu
personalisieren. Manchmal reicht es für kleine Büroarbeiten.    
Danach setze ich mich wieder zu den schlafenden Kindern bis sie aufwachen
oder wecke sie ggf. vorsichtig und langsam auf.

07:30 – 08:30 Uhr  Ankommen/Freispiel oder angeleitetes Spiel
ca. 09:00 Uhr  evtl. Bastelangebot oder Singkreis
ca. 09:30 Uhr  Imbiss/Frühstück
10:00 – 11:00 Uhr  draußen spielen
11:00 – 11:45 Uhr  gemeinsames Mittagessen
bis 12:00 Uhr  Abholung oder
12:00 – 13:30 Uhr  Mittagschlaf
13.30 – 14:15 Uhr  langsames leises Aufwachen, Freispiel, Abholung.

7.2. Gesundheit
Durch frische Luft und viel Bewegung wird die Gesundheit gefördert.
Verfahrensweise im Krankheitsfall wird im Tagespflegevertrag geregelt.
In Notfälle greife ich gerne auf homöopathischen Mitteln zurück.

Mir ist es wichtig, dass den Kindern die Möglichkeit geboten werden kann so viel
als möglich barfuß zu laufen. Der Fußboden ist immer warm genug, die
Kinderfüße sind ständig in Bewegung, eine Blasenentzündung beispielsweise
wird durch Bakterien oder Viren verursacht – nicht durch kalte Füße.
Im Haushalt leben zwei Katzen.

8.    Kennenlernen / Eingewöhnen
8.1. Schnuppertage / Vertrag

Es ist jederzeit möglich unverbindlich vorbei zu schauen. Für einen ersten
Eindruck rufen Sie am besten nach 14:20 Uhr an, da ich dann Zeit und Ruhe
habe um Rede und Antwort zu stehen. Selbstverständlich ist es auch möglich
eine E-Mail oder per WhatsApp zu schreiben.
Auch Schnuppertage sind möglich.

Kommt ein Betreuungsverhältnis zustande, hat es sich bewährt, das die
Eltern/ein Elternteil zur Vertragsbesprechung ohne Kind/Kinder kommt. Es gibt
wichtige Details zu besprechen. Alle Fragen können in Ruhe beantwortet
werden.

8.2. Eingewöhnung und Aufbau einer Bindungsbeziehung
Der Übergang in die Tagepflege ist für eine Kind eine große Herausforderung.
Es bedarf viel Einfühlungsvermögen.
Das Kind lernt seine neue Umgebung und eine noch fremde Person kennen, zu
der es eine Bindungsbeziehung aufbauen soll.
Um diesen Übergang zu erleichtern und Probleme vorzubeugen, gibt es die
Eingewöhnungsphase. Der begleitende Elternteil spielt hierbei eine wichtige
Rolle. Denn nur er gibt dem Kind die Sicherheit, die es benötigt, um auf andere
zu zugehen und eine Bindung zu zulassen.

Wichtig dabei ist: ein Elternteil sollte die komplette Eingewöhnungsphase
übernehmen.

Die Dauer der Eingewöhnung kann ca. 2 – 3 Wochen dauern. Die Phase wird für
jedes einzelne Kind individuell mit den Eltern abgestimmt.
Die Eltern kommen mit ihrem Kind zusammen in die Tagespflegestelle. Hier
bleiben sie ca. 1 Stunde und nehmen es dann wieder mit nach Hause.
In den ersten drei Tagen findet kein Trennungsversuch statt, es sei denn, das
Kind trennt sich schon von ganz alleine.
In den nächsten Tagen bleiben Sie nur kurz da, verabschieden sich und
verlassen das Haus. Sie sind jedoch jederzeit erreichbar.
Anfangs ist eine Viertelstunde schon viel. Diese Zeitspanne kann von Tag zu
Tag verlängert werden, wobei Sie sich bereits nach dem Bringen verabschieden.
Sie sind jedoch jederzeit erreichbar, falls die Tragfähigkeit der neuen Beziehung
zur Tagesmutter noch nicht ausreicht, um das Kind in besonderen Fällen
aufzufangen.

Eltern unterstützen das Kind beim Kennenlernen der neuen Umgebung, der
Tagespflegeperson und den anderen Kindern in dem sie folgendes beachten:

Sie setzen sich in ein gemütliches Eckchen im Spielzimmer und verhalten sich
grundsätzlich passiv.
Sie reagieren auf Annäherung und Blickkontakt positiv – nehmen jedoch von
sich aus keinen Kontakt zum Kind auf. Ebenso drängen Sie Ihr Kind nicht, sich
von Ihnen zu entfernen oder etwas Bestimmtes zu machen.
Wenn Sie den Raum verlassen möchten, lassen Sie es zu, dass Ihr Kind Ihnen
eventuell folgt. Sie sollten nicht versuchen, sich mit anderen Dingen und Kindern
zu beschäftigen.

Die Eingewöhnung ist dann abgeschlossen, wenn sich das Kind bei mir wohlfühlt
und sich trösten lässt.

9.    Erziehungspartnerschaft mit den Eltern
Eltern sind der „Experte“ für ihr Kind und ich sehe mich als ergänzende
Unterstützung in den Bereichen Betreuung und Erziehung. Das Kind muss sich
in zwei Familien zurechtfinden und dabei benötigt es unsere Unterstützung.
Ich verstehe meine Zusammenarbeit mit den Eltern als Erziehungspartnerschaft.
Das bedeutet eine vertrauensvolle Beziehung zu schaffen in deren Mittelpunkt
die Zusammenarbeit bei der Förderung der kindlichen Entwicklung und die
Sicherstellung des Wohls des Kindes steht.

Um eine gute Zusammenarbeit aufzubauen, bedarf es grundsätzlich Offenheit,
Vertrauen und die Einhaltung verbindliche Absprachen.
Der Austausch zwischen den Eltern und der Tagespflegeperson beim Abholen
des Kindes über das Erlebte am Tag ist für mich selbstverständlich.
Gerne stehe ich Eltern auch nach Absprache für ein längeres Gespräch zu
Verfügung.
Eltern brauchen sich nicht zu scheuen, Bedenken und Kritik zu äußern, denn nur
so können wir Konflikten und Missverständnissen aus dem Weg gehen.
Bekanntlich hilft da schon ein kleines Gespräch, um den anderen besser zu
verstehen. Bei solchen Gesprächen bietet sich an, es ohne das Kind zu planen.

Ich als Tagesmutter unterliege selbstverständlich der Schweigepflicht. Nichts aus
dem Bereich der Tagespflege wird an Dritte weitergegeben.
Eine Einverständniserklärung über den Umgang mit Fotos zu
Dokumentationszwecken liegt dem Tagespflegevertrag bei.



Stand 29.10.2022